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Amarone

Geschichte
Amarone ist ein trockener venezianischer Rotwein, der aus den Trauben der Rebsorten Corvina Veronese, Rondinella und Molinara gekeltert wird. Das Besondere daran: Die zu seiner Herstellung verwendeten Weinbeeren werden vor dem Keltern zwei bis fünf Monate auf Holzgittern oder Strohmatten luftgetrocknet. Jenes Verfahren wendeten die Weinbauer der Region Valpolicella schon seit dem 16. Jahrhundert an. Sie ließen Jahr für Jahr einen Teil der Trauben bis Dezember trocknen und kelterten im Januar daraus den Recioto della Valpolicella, einen Wein, der auf Grund seines hohen Zuckergehaltes nicht ganz durchgegoren war.

 Amarone Rotwein


So wurde in Venetien Jahrhunderte lang Recioto hergestellt, bis eines Tages - so die Legende - ein Kellermeister ein Fass des edlen Tropfens im Keller vergaß. Der Restzucker im Wein verwandelte sich in Alkohol, der Recioto gärte erstmals vollständig durch und der Amarone war entstanden.

Um Anno 1938 wurde er erstmals schriftlich erwähnt. Das älteste bekannte Fass wird auf 1940 datiert. Ab 1950 begann man damit, den leicht bitteren Wein mit der tiefroten Farbe und dem süßlichen Bukett in zunehmendem Umfang herzustellen und als Qualitätsprodukt zu etablieren.

Charakter
Man muss ihn allerdings mögen, denn sein Charakter ist höchst eigenwillig. Geschmacklich erinnert Amarone an schwarze Beeren und Blüten. Auch das sommerliche Aroma von Kirschen, Kräutern und Dörrpflaumen meint man schmecken zu können. Auf Grund seines hohen Tanin-Gehaltes hat der Geschmack des Amarone eine leicht bittere Note. Daher auch sein Name - denn „amaro“ bedeutet nichts anderes als „bitter“. „Der Bittere“, so könnte man ihn also nennen, hätte er nicht als Ausgleich für soviel Kantigkeit auch seine lieblichen und fruchtigen Seiten.

Wissenswertes
Die Herstellung des Amarone ist vergleichsweise aufwendig: Nach dem Gären muss der Amarone noch mindestens drei Jahre im Eichenfass reifen. Spitzenprodukte dürfen auch schon mal sieben Jahre im Fass verbringen, denn je länger er reift, desto kräftiger sein Aroma. Auch 30 Jahre Flaschenlagerung verträgt er ohne Schaden zu nehmen. Geschmacklich passt der fast schon cremige Rotwein aus Venetien hervorragend zu den Produkten seiner Heimatregion: Er ist der perfekte Begleiter zu herzhaftem Wild und kräftigem Käse.

Er ist zweifellos ein Wein mit Persönlichkeit. Ob man ihn mag oder nicht, bleibt eine Frage des eigenen Geschmacks. Man sollte ihn zumindest einmal probiert haben, den bittersüßen Roten aus Italien.